SIG meets Anton Kammerl (CSU)

Vergangenen Montag, am 10.02, fand im Rahmen der „SIG meets…“ Veranstaltungsreihe das dritte Treffen mit einem Bürgermeisterkandidaten statt. Die Selbständigen in Gröbenzell freuten sich den Bürgermeisterkandidaten der CSU Anton Kammerl bei der Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden der Selbständigen in Gröbenzell Thomas Decker, ging es direkt in die Fragerunde mit dem selbständigen Verleger und aktuellem Gemeinderatsmitglied Anton Kammerl.

Thomas Decker – Thema Kirchen-/Bahnhofstraße:

Wie soll es konkret weitergehen, nachdem ISEK abgeschlossen ist und vermutlich auch der neue Bebauungsplan für die Bahnhofstraße beschlossen wird?

Anton Kammerl:

Herr Kammerl verweist zunächst auf den bereits geleisteten Planungsaufwand und Architektenwettbewerb, der bereits während der Regierungen von Bürgermeister Dr. Rieder begonnen hat und sich über die Amtsperiode von Bürgermeister Rubenbauer bis heute erstreckt. „Wir wollen alle, dass dieser Bebauungsplan schnellstmöglich umgesetzt wird. Eine so gute Planungsgrundlage, wie durch ISEK gab es noch die. Der nächste Bürgermeister muss eigentlich nur abarbeiten was ISEK als Grundlage liefert“, so Herr Kammerl.
Des Weiteren verweist er darauf, dass ca. 60% der Grundstücke bereits der Gemeinde gehören und somit könnten hier zügig die schon längst fälligen Einrichtungen, wie ein betreutes Wohnen oder eine Demenzwohngruppe umgesetzt werden.
„Ich präferiere gemeindliche Einrichtungen, da diese nicht alle gewinnbringend betrieben werden müssen. So können die Einrichtungen ihren wirklichen Zweck am Besten verfolgen“ führt er weiter aus. Allerdings sieht Herr Kammerl das Problem, dass gemeindliche bzw. staatliche Bauprojekte tendenziell teurer sind als private Projekte. In diesem Dilemma wäre für ihn ein Einheimischen Modell denkbar. Hierbei soll die Gemeinde die Grundstücke nur abgeben, wenn garantiert ist, dass die Wohnungen darin für Gröbenzell vorgehalten werden.

Für das Gewerbe sieht er in dem Plan auch bereits genügend zusätzliche Flächen. Nichtsdestotrotz verwies der Kandidat der CSU noch einmal darauf, dass das Gewerbe in Gröbenzell ca. ein Viertel des Haushalts finanziert und dieses somit schützenswert ist.

Auch wenn die Planungsgrundlage sehr gut ist, sieht Herr Kammerl die Zwangsvorschrift von Flachdächern als grundsätzliches Problem und möchte bei den geplanten Riegelbebauungen keinen Zwang für Flachdächer den Bauherren auferlegen.

Als letztes verwies Herr Kammerl noch auf den Zustand in der Kirchenstraße und, dass sich hier auch etwas tun muss und proklamiert, dass „die Gemeinde muss hier Geld in die Hand nehmen und etwas machen. Hier kann man 100-mal mehr machen“. Hier sieht er konkreten Handlungsbedarf bei den nicht gepflegten Bäumen, den wackeligen Pflastersteinen und vor allem bei den illegalen Schmierereien.
Zum Abschluss bekräftigt Herr Kammerl noch einmal mit Nachdruck „Wenn politischer Wille da ist, dann gibt es Stellschrauben, das Kerngebiet wieder schön zu machen“.


Thomas Decker – Thema Gewerbegebiet:

Wie stehen sie zu einer generellen Parkzeitbeschränkung, nachdem diese in der Danziger Straße eingeführt wurde/wird?


Anton Kammerl:

„Bei der Parksituation sind erhebliche Missstände vorhanden.“ So beginnt Herr Kammerl seine Antwort auf diese Frage. Im Anschluss zieht er ein positives Resümee aus dem aktuellen Pilotprojekt in der Danziger Straße und möchte die 10 Stunden Parkzeitbeschränken definitiv ausweiten.
Der CSU-Kandidat beendet seine Antwort ganz klar mit „wir sind es auch dem Einzelhandel überall in Gröbenzell schuldig, hier eine geregelte Situation zu schaffen“.

Thomas Decker – Thema Förderung des Gewerbes:

Würden Sie als Bürgermeister gezielt Maßnahmen ergreifen, um die örtlichen Selbstständigen und Gewerbetreibenden zu unterstützen. Wenn ja, wie?

Anton Kammerl:

Bei diesem Thema sieht Herr Kammerl primär flankierende Maßnahmen durch die Gemeinde. Hierzu zählt für Ihn, dass es keine Anhebung des Hebesatzes geben soll. Gleichzeitig möchte er aufgrund des großen Erfolgs die FFB-Schau in Olching als Gemeinde stärker unterstützen. Hierbei nannte er auch die Möglichkeit einer zusätzlichen eigenen Veranstaltung in Gröbenzell im Freizeitheim. Herr Kammerl stellt sich hier eine Jobbörse im Freizeitheim vor, bei der sich Gewerbetreibende vorstellen und Bewerber sich direkt bewerben können.

Gleichzeitig soll es auch für die Einzelhändler flankierende Maßnahmen geben. Hierzu zählt der Kandidat der CSU zum Beispiel die Stromkästen in der Kirchen- und Bahnhofsstraße, ohne die der Marktsonntag nicht mehr veranstaltet werden kann. Diese Situation muss gelöst werden, damit der Marktsonntag als Großveranstaltung für den Einzelhandel erhalten bleibt.

Als eine weitere Unterstützungsmöglichkeit für kleinere Handwerker, die bisher in einem Gebäude Am Weidegrund gearbeitet haben, sieht er die Option eines Handwerkerhofs inklusive Wohnungen für nicht privilegierte Bürger in Gröbenzell, um das Handwerk am Ort zu halten.

Thomas Decker:

Können sie sich eine gezielte Unterstützung/Förderung durch die Gemeinde bei der E-Mobilität für Unternehmen vorstellen. Welche Maßnahmen sehen sie?

Anton Kammerl:

Bei der E-Mobilität sieht Herr Kammerl ganz klar den Bund in der führenden Rolle. Daher sieht er keine Notwendigkeit für einseitiges Handeln im Hinblick auf die Förderung der E-Mobilität. Nichtsdestotrotz möchte er Anträge von Privatpersonen und Gewerbetreibende zu diesem Thema diese grundsätzlich unterstützen.

Thomas Decker:

Welche Unterstützung würden sie für Unternehmen bieten, um energieeffizienter zu arbeiten, bei z.B. energetische Sanierung der Gebäudehülle; Einsparungen in der Produktion; Fotovoltaik etc.

Anton Kammerl:
Bei der energetischen Sanierung von Gewerbeimmobilien sieht Herr Kammerl flankierende Maßnahmen durch die Gemeinde. Die Wirtschaftsförderung soll bei diesem Thema informativ und beratend auf Unternehmen zugehen und Möglichkeiten erläutern. Für ihn wäre auch die Schaffung einer neuen Stelle für einen eigenen Klimamanager denkbar, der über die Wirtschaftsförderung hinaus auf die Gewerbetreibenden zugeht und das Thema Klimaschutz aktiv im Ort vorantreibt.

Thomas Decker:

Wie sehen sie die derzeitige Situation des Einzelhandels in Gröbenzell. Besteht aus ihrer Sicht Handlungsbedarf? Wenn ja, wie?

Anton Kammerl:

Im Grundsatz sieht Herr Kammerl die Situation des Einzelhandels in Gröbenzell recht positiv. Dennoch möchte er für ein attraktiveres Ortsbild sorgen. Hier sieht er die Gemeinde in der Pflicht mit verschiedenen Maßnahmen zu unterstützen. Hier könne er sich zum Beispiel mehr Deko in der Kirchen- und Bahnhofsstraße vorstellen und eine Modernisierung der Weihnachtsbeleuchtung. Als weitere Maßnahme, um den Einzelhandel zu unterstützen und das Ortsbild zu verschönern, sieht er auch zusätzliche Fahrradständer bis zum Tiroler Hof.

Thomas Decker:

Wie sehen sie den derzeitigen Stand der Infrastruktur für die Selbstständigen. Wie und was würden sie anpacken?

Anton Kammerl:


„Die Infrastruktur ist entscheidend für das Gewerbe und ein schlechtes Internet ist ein Unding. Der Breitbandausbau ist definitiv notwendig“ beginnt Herr Kammerl seine Antwort.
Für ihn ist der Breitbandausbau in Gröbenzell ein Thema, das angegangen werden muss. Allerdings ist der Breitbandausbau nicht alleine durch die Kommune und die Netzbetreiber machbar und nichtzuletzt mit der Hilfe vom Bund möglich. Hier sieht er sich als Kandidat der CSU in einer ganz besonderen Situation, denn die CSU ist die einzige Fraktion, die vom Gemeinderat aus über den Landtag bis in den Bundestag in allen Gremien vertreten ist. Diese Sonderstellung möchte er nutzen um das Thema Breitbandausbau bei den entsprechenden Personen persönlich anzusprechen, damit das Thema nach oben getragen wird.

Thomas Decker:

Was würden sie gegen den Facharbeitermangel tun und können sie sich Ausbildungsförderungsmaßnahmen vorstellen. Wenn ja, wie?

Anton Kammerl:

Das Thema Facharbeitermangel sieht Herr Kammerl grundsätzlich als Aufgabe vom Bund und nicht etwas, was eine kleine Kommune beeinflussen kann. Nichtsdestotrotz möchte er mit dem neuen Gewerbereferenten, der Wirtschaftsförderung der Gemeinde Gröbenzell und dem Gewerbe in Kontakt mit den Schulen in und um Gröbenzell treten, um neue Möglichkeiten und Ideen zu erarbeiten. Gleichzeitig schlägt Herr Kammerl eine Gewerbeveranstaltung im Freizeitheim vor, bei der sich Gewerbetreibende im Freizeitheim präsentieren dürfen und man so etwas wie eine Jobbörse direkt am Ort veranstaltet.

Zum Abschluss an das Gespräch bedankte sich Herr Decker für die Antworten des Bürgermeisterkandidaten und eröffnete das anschließende Netzwerken in Sam’s Cantine.

Der Vorstand der Selbständigen in Gröbenzell bedankt sich besonders bei Herrn Anton Kammerl und wünscht ihm für die kommende Wahl alles Gute.

Die nächste „SIG meets…“ Veranstaltung findet statt am 24.02. mit der Einladung des amtierenden Bürgermeisters und erneuten Kandidaten der UWG Martin Schäfer statt.