SIG meets Gregor von Uckermann (SPD)

Vergangenen Montag, am 27.01, fand im Rahmen der „SIG meets…“ Veranstaltungsreihe das zweite Treffen mit einem Bürgermeisterkandidaten statt. Die Selbständigen in Gröbenzell freuten sich den Bürgermeisterkandidaten der SPD Gregor von Uckermann bei der Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden der Selbständigen in Gröbenzell Thomas Decker, stellte sich Herr Uckermann persönlich vor.

Der jüngste Bürgermeisterkandidat im Rennen ist bei dieser Kommunalwahl Gregor von Uckermann mit 30 Jahren. Er wuchs in Gröbenzell auf und entdeckte bereits 2005 sein Interesse für die Politik. Im gleichen Jahr trat er den Jusos in Gröbenzell bei und ist seitdem ein aktives Mitglied bei den Jungsozialisten in Gröbenzell. Nachdem er das Gymnasium Gröbenzell und im Anschluss auch sein Jura Studium inklusive Referendariat erfolgreich absolviert hatte, erfüllte er sich noch einen Lebenstraum und absolvierte die funktionale Gesangsausbildung. Seitdem arbeitet er als freiberuflicher Gesangs- und Stimmtrainer.
Nun möchte er eine weitere Herzensangelegenheit angehen – ein politisches Amt in seiner Heimat Gröbenzell. Daher hat er sich als Bürgermeisterkandidat für die SPD aufstellen lassen. „Meine Vorstellungen für Gröbenzell sind vielfältig“ erklärte Herr v. Uckermann den Anwesenden Gästen.

Weiter führte er aus, dass er viele „Themen [sehe], in denen die Kommune eine große Rolle spielen kann und ganz im Speziellen kann der Bürgermeister einer solchen Kommune sehr viel gestalten. Daher habe ich mich entschlossen mich aufstellen zu lassen“.

Im Anschluss an die Vorstellungsrunde, leitete der erste Vorsitzende Thomas Decker in den Frageteil über.

Thomas Decker – Thema Kirchen-/Bahnhofstraße:

Wie soll es konkret weitergehen, nachdem ISEK abgeschlossen ist und vermutlich auch der neue Bebauungsplan für die Bahnhofstraße beschlossen wird?

Gregor von Uckermann:

„Gröbenzell ist ein Planungsweltmeister aber jetzt muss man endlich in die Umsetzung kommen“ eröffnete Herr v. Uckermann seine Antwort.
Nach den ganzen Jahren der Planung möchte er sich als Bürgermeister konkret dafür einsetzen, dass gemeindlichen Grundstücke für soziale Projekte verwendet werden.  Ein genanntes Beispiel hierfür sind zum Beispiel die Demenzwohnungen.
Hierfür soll die Kreisbaugenossenschaft oder andere Träger wie die Caritas oder AWO bei der Umsetzung helfen. Einen Verkauf von gemeindlichen Grundstücken lehnt er konkret ab, wobei auch Erbpachtlösungen für ihn als Bürgermeister in Fragen kommen würden.
„Die Gemeinde muss nicht alles selber machen aber Bewegung muss ins Spiel gebracht werden, damit endlich etwas passiert“ beendete er seine Antwort.


Thomas Decker – Thema Gewerbegebiet:

Wie stehen sie zu einer generellen Parkzeitbeschränkung, nachdem diese in der Danziger Straße eingeführt wurde/wird?


Gregor von Uckermann:

Grundsätzlich ist der aktuelle Test positiv zu betrachten. Dieser muss jedoch geprüft werden, ob er auch das gewünschte Ergebnis bringt. Ohne Kontrolle, ob die Regelung auch berücksichtigt wird, wird das keinen Effekt zeigen und keinen Mehrwert bringen.
Daher möchte er eine potentielle Ausweitung der Parkzeitbeschränkungen im jetzigen Zeitpunkt weder aktiv unterstützen noch konkret ablehnen.

Thomas Decker – Thema Förderung des Gewerbes:

Würden Sie als Bürgermeister gezielt Maßnahmen ergreifen, um die örtlichen Selbstständigen und Gewerbetreibenden zu unterstützen. Wenn ja, wie?

Gregor von Uckermann:

Grundsätzlich ist eine Chancengleichheit zwischen den Gewerbebetrieben in Gröbenzell anzustreben.  
Hierfür kann beitragen, dass das Wegeleitsystem „wo ist was“ verdeutlicht und ausgebaut wird. Auch wenn es hierzu in den letzten Jahren bereits erste Bestrebungen gab, ist das aktuelle Wegeleitsystem nicht ausreichend und muss erweitert werden.
Gleichzeitig ist das Gewerbegebiet schwer öffentlich zu erreichen. Daher wäre es erstrebenswert sich für ein Ringbussystem in Gröbenzell einzusetzen, das den Gröbenzeller Bahnhof und das Gewerbegebiet enger zusammenbringt.
Aber auch die Mobilitätsstationen sind ein Thema, mit dem das Gewerbegebiet enger mit dem Ortskern zusammenwachsen kann. Wenn jemand ein Fahrrad am Gröbenzeller Bahnhof ausleihen kann und dieses im Gewerbegebiet wieder abgeben kann, ist das nicht nur eine sinnvolle Alternative, sondern auch eine Möglichkeit für den regionalen Klimaschutz.
Bei dem regionalen Klimaschutz ist auch das Thema Ausbildungsbörse anzumerken. Durch das Schaffen einer Gröbenzeller Ausbilungsbörse könnte man in Gröbenzell potentielle Arbeitgeber und Auszubildende näher zusammenbringen, damit auch lange Pendlerstrecken vermieden werden können.

Mittelfristig ist es auch erstrebenswert mit der Gröbenbachschule wieder einen Mittelschulstandort in Gröbenzell zu haben, da dadurch potentielle Auszubildende bereits im Ort zur Schule gehen können und nicht in die Nachbarstädte fahren müssen.

Thomas Decker:

Können sie sich eine gezielte Unterstützung/Förderung durch die Gemeinde bei der E-Mobilität für Unternehmen vorstellen. Welche Maßnahmen sehen sie?

Gregor von Uckermann:

Hier ist der Ausbau der Ladestationen klar im Mittelpunkt zu sehen. Dafür ist die KommEnergie als Energieversorger zuständig und muss zunächst die Infrastruktur in Gröbenzell bereitstellen, bevor über sonstige unterstützenden Maßnahmen nachgedacht werden kann.

Thomas Decker:

Welche Unterstützung würden sie für Unternehmen bieten, um energieeffizienter zu arbeiten, bei z.B. energetische Sanierung der Gebäudehülle; Einsparungen in der Produktion; Fotovoltaik etc.

Gregor von Uckermann:
Der Klimaschutz braucht auch auf kommunaler Ebene einen neuen Stellenwert. Hierfür soll in der Gemeinde eine neue Stelle für einen Klimamanager geschaffen werden. Dieser soll dann alle Themen rund um den Klimaschutz aktiv betreuen und bearbeiten. Gleichzeitig soll dieser Klimamanager als Vernetzer bzw. Kontaktbörse dienen und Gröbenzeller Bürger und Gewerbetreibende zu einem gemeinsamen Austausch bewegen.
Auch beim Thema Klimaschutz sieht Herr von Uckermann ein Kommunikationsthema zwischen der Gemeinde und den betroffenen Personen.
Wie bei vielen anderen Themen muss die Kommunikation mit der Gemeinde und der fachliche Austausch zu speziellen Themen verbessert und ausgebaut werden.

Thomas Decker:

Wie sehen sie die derzeitige Situation des Einzelhandels in Gröbenzell. Besteht aus ihrer Sicht Handlungsbedarf? Wenn ja, wie?

Gregor von Uckermann:

Als Gemeinde muss man im Blick behalten, welche Möglichkeiten umsetzbar sind und sich für alle Beteiligten rechnen.  „Auch wenn ein kleiner Elektromarkt in Gröbenzell wünschenswert wäre, muss man hier realistisch bleiben. Wenn die Leute dann weiterhin bei Amazon einkaufen, wird der nicht überleben können“ führt Herr von Uckermann aus. Daher müssen gezielt Gewerbebetriebe angesprochen werden, die ein Potential in Gröbenzell haben. So wäre zum Beispiel ein Sanitätshaus im Zentrumsgebiet eine Win-Win Situation für alle Beteiligten.

Thomas Decker:

Wie sehen sie den derzeitigen Stand der Infrastruktur für die Selbstständigen. Wie und was würden sie anpacken?

Gregor von Uckermann:


Die Infrastruktur für die Gewerbetreibenden sieht Herr von Uckermann grundsätzlich positiv in Gröbenzell. Auch wenn ein Breitbandausbau für Ihn ein wichtiger Punkt ist, um Gröbenzell wettbewerbsfähig zu halten.
Gleichzeitig müsste man prüfen, ob die Änderung von reinen Wohngebieten zu allgemeinen Wohngebieten einen effektiven Vorteil liefern könnte. In vielen Bereichen in Gröbenzell sind bereits kleinere Betriebe im Wohngebiet angesiedelt. Im Hinblick auf die Diskussion um den Bebauungplan 11 sei eine rechtssichere Lösung für die Gewerbetreibenden, die teilweise schon sehr lange existieren und ihre Familie ernähren, im Plangebiet wichtig. Nach der Baunutzungsverordnung seien in reinen Wohngebieten nämlich beispielsweise nicht störende Handwerksbeitriebe nur ausnahmsweise zulässig, wenn diese der Deckung des täglichen Bedarfs für die Bewohner des Gebiets dienen. Im Allgemeinen Wohngebiet sind nicht störende Handwerksbetriebe grundsätzlich zulässig. Man müsse jedes Plangebiet im Einzelfall betrachten. Vielfach besteht Gröbenzell, so teilweise sogar die Eiwosiedlungen, aus Allgemeinden Wohngebieten.

Thomas Decker:

Was würden sie gegen den Facharbeitermangel tun und können sie sich Ausbildungsförderungsmaßnahmen vorstellen. Wenn ja, wie?

Gregor von Uckermann:

Mit den bisherigen Unternehmerfrühstücken ist man auf Unternehmensebene bereits auf einem richtigen Weg sich miteinander zu vernetzen. Man sollte jedoch auch eine Vernetzung zwischen den normalen Bürgern schaffen. An dieser Stelle ist die Ausbildungsbörse erneut zu nennen, die als Plattform etabliert werden soll, auf der sich Gröbenzeller Ausbildungsbetriebe und die potentiellen Auszubildenden finden und vernetzen können.

Zum Abschluss an das Gespräch bedankte sich Herr Decker für die Antworten des Bürgermeisterkandidaten und eröffnete das anschließende Netzwerken in Sam’s Cantine.

Der Vorstand der Selbständigen in Gröbenzell bedankt sich besonders bei Herrn Gregor von Uckermann und wünscht ihm für die kommende Wahl alles Gute.

Die nächste „SIG meets…“ Veranstaltung findet statt am 10.02. mit der Einladung des Bürgermeisterkandidaten der CSU Anton Kammerl.